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1 Nov 2012 0 dussy

Liebe Kyllburger Narren,

die Jubiläumssession 2012 – 5×11 Jahre KKG – neigt sich dem Ende zu. Es war ein tolles Jahr mit zahlreichen Höhepunkten. Uns wird der phantastische Sommerkarneval noch viele Jahre in Erinnerung bleiben. Wir, die Kyllburger Karnevalsgesellschaft und ich als 1. Vorsitzender, möchten uns auf diesem Wege ganz herzlich bei allen Besuchern, Teilnehmern und Helfern bedanken. Nur durch eure Unterstützung war und ist es überhaupt möglich den Kyllburger Karneval seit 55 Jahren auf einem derart hohen Niveau zu halten.

Doch in der heutigen Zeit wird es immer schwerer die Session kostendeckend zu absolvieren. Bislang konnten gebildete Rücklagen schlechtere Jahre ausgleichen, aber irgendwann sind auch die größten Reserven aufgebraucht. An diesem Punkt sind wir als Verein nun angelangt. Nein, wir sind nicht Pleite! Bei nüchterner Betrachtung der Zahlen sind wir jedoch zu dem Schluss gekommen, dass wir nicht um hinkommen, die Fixkosten drastisch zu reduzieren, um überhaupt kostendeckend wirtschaften zu können. Die größten Aktivposten dabei sind GEMA-Gebühren, Wurfmaterial und natürlich das Festzelt auf dem Marktplatz.

Um die GEMA-Gebühren können wir uns, obwohl wir das äußerst gerne täten, nicht drücken. Diese schlagen mit jährlich etwa 1200 € eine riesige Kerbe ins Budget.

Der zweite Posten, das Wurfmaterial, das wir den teilnehmenden Gruppen kostenlos zur Verfügung stellen, ist besonders den Damen und Herren vom Finanzamt ein riesiger Dorn im Auge. Dennoch sind wir nicht bereit hier Abstriche zu machen! Die Kyllburger Fastnacht lebt nicht zuletzt vom Straßenkarneval, der ein, weit über Kyllburgs Grenzen hinaus, positives Bild unserer kleinen Gemeinde zeichnet. Jedes Jahr zieht der Karnevalssonntag tausende Besucher und hunderte Teilnehmer nach Kyllburg. Diese mögen den großen Umzug und die tolle, ausgelassene Stimmung. Nicht zuletzt sind es unsere großzügigen Gaben an hochwertigem Wurfmaterial, die Teilnehmer und Besucher glücklich machen.

Und dann komme ich schon zum dritten Punkt meiner kleinen Liste, dem Festzelt. Es ist nach dem Umzug der Sammelpunkt für alle Teilnehmer und Besucher. Bis tief in die Nacht hinein wird dort immer ausgelassen gefeiert, getrunken und geschunkelt. Leider werden wir an diesem Punkt zukünftig den Rotstift ansetzen müssen. Die Kosten nur für das Zelt sind binnen 5 Jahren auf das doppelte angewachsen. Mittlerweile müssen wir für ein Festzelt ohne Boden bereits ca. 5.000 € ausgeben, eine Summe, die erst mal verdient werden will.

Bevor uns die Kosten über den Kopf wachsen, werden wir nun schweren Herzens die Reißleine ziehen. Der Karneval, so wie sie ihn seit über fünf Jahrzehnten aus Kyllburg kennen, wird es in Zukunft nicht mehr geben. So schlimm das im ersten Moment auch klingen mag, so bitter wird es nicht. Glauben Sie mir. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie mich das neue Konzept kurz vorstellen.
Nach wie vor werden wir die Säulen der Kyllburger Foasicht in Ehren halten und am Grundkonzept der einzelnen Veranstaltungen nicht rütteln. Wir werden lediglich die Session massiv komprimieren.

  1. Am Samstag um den 11.11. eines jeden Jahres findet am Rauschen die Ankunft der Kyllburger Fastnacht statt.
  2. Es gibt nur noch eine große Kappensitzung. Diese ist am Vorabend zum Karnevalsumzug am Fastnachtssonntag. Beginn ist 20 Uhr 11.
  3. Die Kinderkappensitzung findet am gleichen Tag wie die große Kappensitzung statt. Beginn ist 11 Uhr 11.
  4. Der Karnevalsumzug ist wie üblich am Fastnachtssonntag. Der Start ist jedoch auf dem Marktplatz. Von dort aus geht es über die Hochstraße zur Bahnhofstraße und in die Bademer Straße. In der „Hinnichtgaas“ endet der Umzug.
  5. Sollte sich ein Sponsor finden, gibt es einen Shuttle-Service, der Teilnehmer und Besucher ohne Fahrgelegenheit zur Turnhalle bringt.
  6. In der Turnhalle findet dann die gewohnte Fastnachtsparty statt. Hier kann man bis tief in die Nacht feiern, tanzen und Spaß haben.
  7. Rosenmontag ist in Kyllburg närrischer Ruhetag
  8. An Fastnachtsdienstag treffen wir uns alle um 20 Uhr 11 auf der Kyllbrücke, um feierlich die Fastnacht den Flammen zu übergeben.

Das ist in groben Zügen das neue Konzept, das erstmals zur kommenden Session 2013 auf die Probe gestellt wird. Bitte verübeln Sie uns eventuelle Startschwierigkeiten nicht. Das neue Konzept erfordert neue Arbeitsabläufe, die massiv vom althergebrachten abweichen. Da müssen auch wir uns erst daran gewöhnen.

Vielleicht haben Sie beim Lesen Lust bekommen, sich aktiv an der Fastnacht zu beteiligen. Unsere Türen stehen weit offen. Sei es nun als Aktiver auf der Kappensitzungsbühne, als Helfer hinter den Kulissen, als Sponsor oder als Elferrat.

Ich möchte Ihnen auch eine Mitgliedschaft bei der Kyllburger Karnevalsgesellschaft wärmstens ans Herz legen. Unser jährlicher Mitgliedsbeitrag für Erwachsene liegt derzeit bei 8,- €. Eine kleine Summe für Sie, aber eine große Hilfe für uns bei der Ausübung unserer satzungsgemäßen Aufgaben.

Abschließend möchte ich mich bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben diesen offenen Brief zu lesen. Schließlich machen wir in Kyllburg Karneval für Sie als Bürger und für alle, die sich der Foasicht hier verschrieben haben. Wir hoffen, dass es in Kyllburg noch in hundert Jahren heißt: “Mir sein erom doa- et geht wie freher!” Wir werden unser Möglichstes tun.

Kyllburg, Helau!

Frank Schmitt
1. Vorsitzender

Kategorie: Archivierte Nachrichten