Kappensitzung 2000

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"Mir sein erom doa !"

Der Freiherr begrüßte die Narrenschar aus der Waldeifel zur Millenniums-Session

Von unserem Mitarbeiter RUDOLF HÖSER

KYLLBURG. Mit einer gelungenen Kappensitzung in der Schulturnhalle wurde das närrische Programm der Kurstadt eröffnet.

Einen Einmarsch nach Maß legten zu den Klängen des Musikvereins unter der Stabführung von Knut Robert Lano die närrischen Akteure aufs Parkett. Angeführt vom Freiherrn von Schawen mit Gefolge zogen Sitzungspräsident und Elferrat in die in den Vereinsfarben rot-weiß geschmückte Halle ein. Der Erste Vorsitzende und Sitzungspräsident Otmar Schiffmann begrüßte die Narrenschar mit dem Kyllburger Slogan „Mir sein erom doa" zur Kappensitzung, die ein gelungener Auftakt in die Session werden sollte. Auch Freiherr von Schawen, jene legendäre Fastnachtsfigur im närrischen Geschehen der Kurstadt, begrüßte neben der gemeinen Narrenschar die lokalen Persönlichkeiten wie Stadtbürgermeister Otto Böker und Pastor Hellinghausen.

Eine schöne Tradition in Kyllburg ist auch die Inthronisation eines Kinderprinzenpaares. In diesem Jahr wünschten Prinzessin Evelin I. und Prinz Eric I. allen Karnevalisten viel Spaß und angenehme Stunden in humorvoller Gesellschaft.

Nach dem traditionellen Kyllburger Lied und dem Tanz der kleinen Funken, einstudiert von Sabine Schiffmann und Helen Strauch, trat "Dat Klent aus Hinnichgaß" in die Butt. Elisabeth Weber wusste an dieser Stelle so manche Spitzfindigkeit, eben Geschichten aus der "Hinnichgaß", zum Besten zu geben. Da wusste jeder, wer da gemeint ist, entsprechend groß das Gelächter und der Applaus. Danach präsentierten Frank Schmitt und Reinhold Uhrmacher "Gute Nacht News".

Eine direkten Vergleich des alten und neuen Jahrhunderts stellten Hella Lano und Marietta Greten an. Einmal traditionell und einmal futuristisch gekleidet, konnten die Gegensätze kaum heftiger aufeinander prallen. Einen weiteren Höhepunkt erreichte die Sitzung mit dem Beitrag der jungen Jacqueline Böker mit einer peppigen Parodie auf "Ricky's Popsofa". Wer die gleichnamige Fernsehsendung kennt, zehrte von einem hohen Wiedererkennungswert. Als Stargast der frechen Ricky ließ Udo Lindenberg, gemimt von Christian Zimmer, seinen Sonderzug nach Pankow fahren. Fester Bestandteil im Kyllburger Karneval ist alljährlich die Formation "Strack im Frack", die heuer ein etwas anderes Programm servierten und damit gefallen konnten.

Nach der Pause servierte Gerd Stifft mit Berliner Schnauze eine durchaus politisch angehauchte Rede, die ihre Ziele mühelos erreichte. "Reden ist Silber -Schweigen ist Kohl" war da zu hören und vieles andere mehr. In aller Munde ist derzeit der "Maschendrahtzaun". Der wurde auch in Kyllburg ausgerollt von Betty Pipiale, Christian Zimmer, Daniela Schliebs, Michael Urfell, Andreas Feltes und Frank Schmitt. Letzterer prälierte ein weiteres mal als "Genervter Ehemann" – Kommentar überflüssig. Mit weiteren Musik- und Showtanzeinlagen ging eine gelungene Kappensitzung zu Ende, die auf beiden Seiten zufriedene Gesichter zeigte: die Akteure waren erleichtert und froh, das närrische Publikum begeistert und guter Laune.

• Wer diesmal nicht dabei sein konnte, der kann am kommenden Samstag die Gelegenheit zum Besuch der zweiten Kappensitzung nutzen.

Trierischer Volksfreund, 16.02.2000

Kategorie: Textarchiv