Kappensitzung 1960

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Im Luftkneippbadwassertretbeckenscharnowstädtchen Kyllburg

Die Kyllburger Hahnen krähten zünftig — Kappensitzung hatte ausgezeichnetes Format

KYLLBURG. Die Kyllburger Karnevalisten hatten wieder ihren großen Tag. Die Kappen-sitzung am Samstag übertraf alle Erwartungen, obwohl man an die Kyllburger Hahnen schon große Ansprache stellt. Ihre bisherigen Kappensitzungen haben einen so guten Anklang gefunden, daß ein wahrer Sturm aus nah und fern auf den Kartenvorverkauf einsetzte. Viele Besucher konnten keinen Einlaß mehr finden.

Die Kyllburger Karnevalisten sind eine Klasse für sich. Ihr Programm im Aufbau und Inhalt ist vorbildlich. Ihre Darbietungen haben Geist und Niveau. Das ist das Geheimnis ihrer Erfolge. Dieses konnte man am Samstag wieder feststellen. Diejenigen, die eine Einlaßkarte hatten, erlebten wieder ein 3½stündiges auserlesenes närrisches Programm. Da soll einer sagen, daß man in der Eifel keinen guten Karneval feiern könnte!

Schon die Ausschmückung des Saales, die prächtigen Funken, die Fanfarenbläser und die Musikkapelle in ihren farbenprächtigen Uniformen und die vornehme Aufmachung des Elferrates mit ihrem Präsidenten bezauberten die Gäste.

Adam Können, der bewährte Zermonien-meister, leitete die Sitzung mit einem Prolog ein, der die Besucher aus der Hetze des Alltags löste. Unter den Klängen des Narrhalla-marsches und unter tosendem Beifall hielten dann die Funken, an ihrer Spitze ein quicklebendiges Funkenmariechen, und der Elferrat mit ihrem Präsidenten ihren Einzug.

Präsident Richard Allmann begrüßte die Besucher und hielt eine humorvolle Ansprache. Dann glitt das Kyllburger Narrenschiff „Mier sein erom dao“ hinein in die Wogen des gesunden Humors.

Büttenreden, Gesangsparodien und Schunkellieder ließen die Besucher nicht aus dem, Lachen kommen und sorgten dafür, daß die Wogen der Begeisterung immer höher schlugen. Nach dem gemeinsam gesungenen Kyllburger Karnevalsschlager Von Matthias Raths: „Mier sein erom dao“ stieg Eifelmaler Klaus Gerhards in die Bütt und brachte all das, was ein Kneippbad-Bademeister mit seinen Patienten erlebt und was ihn kommunal- und weltpolitisch bewegt. Peter Weinandy mit seiern Vortrag „Mier orm Männer“ erntete viel Beifall. Er darf bei keiner Sitzung fehlen, ebenso Arnold Bolz nicht. Als Tante Claudia und „eich sein en glecklicher Mänsch“ war er wieder ein Meister unter den Jungkarnevalisten. Drei Sänger, Harald Pütz, Jürgen Pütz und Franz Schluifelder, waren ein Trio, daß gut gefiel. Matthias Raths kann nicht nur Brötchen backen, sondern auch tolle Karnevalsschlager fabrizieren Seine neuen Schlager „Das ist das Kylltal da, Kyllburgs Rote Funken und helau, helau, helaudria“ sind wieder Schlager von Format. Auch in der Bütt steht er seinen Mann und erntete mit seinen vielen Hundchen als Hundefreund viel Beifall. Zins Berni, ein bayerischer Oberkellner und Scharnowgast, verbringt seinen Urlaub im heilklimatischen Luftkneippbadwassertretbeckenscharnowstädtchen Kyllburg, um sich zu erholen und zu kneippen, was ihm mit seinem; großen Bierkrug und der dicken Zigarre auch gelingen wird.

Helmut Schwickerath, genannt Schwicki, hat als moderner Student keine Schmisse und Säbel, sondern einen Bart und eine Klampfe. Er hat den Kyllburger Hahnen noch gefehlt. Seine Gesangsparodie über die Souveniers brachte tosenden Beifall. Die vier Majopals (Alfred Pauly, Matthias Schon. Peter Krämer und Josef Atzhorn) boten wieder in vielen Melodien eine gesangliche Meisterleistung mit einem Text, der nicht nur örtliche Ereignisse und kommunalpolitische Geschehen, sondern auch die hohe Politik in treffenden, Worten berührte.

Alles in allem war es wieder eine Sitzung, wie sie nicht besser sein konnte. Präsident Allmann hatte oft Gelegenheit, prächtige Karnevalsorden durch das Funkenmariechen überreichen zu lassen. Aber auch ihm ,der als Organisator und Oberhaupt der Kyllburger Hahnen, den Kyllburger Karneval auf den heutigen, hohen Stand gebracht hat, überreichte Vizepräsident Josef Pauly mit schönen Dankesworten im Namen des Elferrates, unter dem Jubel der Zuschauer einen prächtigen Karnevalsorden. Die Sitzung fand bei fröhlichem Tanz einen harmonischen Ausklang. Kyllburg Helau!

Die große Fremdensitzung ist am Samstag, dem 20. Februar. Einlaßkarten im Vorverkauf im Schreibwarengeschäft Atzhorn, Kyllburg, Telefon 334.

Trierischer Volksfreund, 1960

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