In der Kürze liegt die Würze – Umzug 2016

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8 Feb 2016 0 dussy

Liebe Männer, wir wissen doch alle, dass nicht die Länge entscheidend ist, sondern viel mehr die Technik und Ausführung. Hauptsache alle haben ihren Spaß!
Warum ich das schreibe? Nun ja, der Kyllburger Karnevalsumzug war mit Sicherheit nicht der längste, dafür aber ein sehr sehr schöner. Selten habe ich, sowohl bei den Teilnehmern, als auch bei den Besuchern, eine so gute Stimmung erlebt. An allen Ecken wurde gehelaut und geschunkelt. Die geworfenen Süßigkeiten wurden restlos eingesammelt und die gereichten Getränke dankbar entgegen genommen. Und was hatten wir für ein Glück mit dem Wetter?!
Wenn ich heute den Wetterbericht schaue und nur Regen und Sturm gemeldet sind, habe ich großes Mitleid mit denen, die heute ihren Umzug haben.
Während des Zuges sprach mich eine Person an – ausgerechnet ein Malberger. Er kam nicht umhin, den Verantwortlichen für diesen Zug sein Lob auszurichten. Sei es doch gerade der bewusste Verzicht auf die lauten, Partywagen, die den Kyllburger Umzug besonders familienfreundlich machten.
Als wir uns im vergangenen Jahr dazu entschieden auf die Partywagen zu verzichten, war uns klar, dass wir, was die Anzahl der teilnehmenden Gruppen angeht, eine kleine Durststrecke überwinden müssen. Ich bin mir sicher, dass wir diese Entscheidung auch in Zukunft nicht bereuen werden; denn der Malberger war nicht der einzige, der uns gestern ermutigte so weiter zu machen. Und was soll ich sagen? Es haben sogar wieder Gruppen aus „Kuno-Town“ teilgenommen!
Die Kyllburger Karnevalsgesellschaft sieht sich selbst als Bewahrer eines urwüchsigen Karnevals, bei dem Freude und Spaß im Vordergrund stehen. Wollt ihr euch nur besaufen? Bitte fahrt woanders hin! Wir wollen auch in Zukunft für eine friedliche Fastnacht stehen – ein fröhliches Fest für alle.

Genug geredet! Lasst mich etwas über die teilnehmenden Gruppen berichten:
Hartnäckig hält sich das unbestätigte Gerücht, dass der Schotteskopf diverse Male von innen mit Mageninhalt beschmutzt worden wäre. Dass dem nicht so ist, davon konnte sich Markus Tietze überzeugen, der erstmals in die Traditions-Figur des Schottes, des Zugpolizisten schlüpfte. Mit ihm an der Spitze setzte sich pünktlich um 14.11 Uhr der Kyllburger Fastnachtszug, beginnend in der Wilsecker Straße in Bewegung. Ihm folgte die diesjährige Kinderschawenmannschaft mit Robin Weides als Freiherr von Schawen, Matthias Niederprüm als Schwoarzem, Pablo Zahnen als hüpfender und Besen schwingender Hanswurst, sowie den beiden Pagen Jasper Cartus und Simon Krämer.
Als nächstes schwappte eine rot-weiße Flut von sage und schreibe 46 Funken über Kyllburgs Straßen, die das ein oder andere mal inne hielten, um das unstehende Volk mit ihren Tänzchen zu erfreuen. Musikalisch begleitet wurden die jungen Damen in bewährter Manier vom Musikverein Kyllburg. Die Musiker schafften es wieder einmal die Leute am Straßenrand dazu zu animieren, lautstark mit zu singen und zu schunkeln.
Wochenlang hatte der amtierende Freiherr von Schawen, Otmar Schiffmann, dem Fastnachtssonntag entgegen gefiebert. Ungezählte Stunden hatte er im Vorfeld er mit seinen Helfern in einer zugigen Scheune verbracht, um an seinem neuen Wagen zu basteln, zu sägen und zu pinseln. Und alle sind sich einig, dass sich die Mühen gelohnt haben. Künftig wird der Freiherr standesgemäß in einem roten Oldtimer durch die Straßen der Kurstadt ziehen.
Die erste Kostümgruppe war eine, über die wir uns sehr freuten, denn es war die erste Malberger Gruppe seit langem, die es wagte „Feindesland“ zu betreten. Auch wenn es jetzt zunächst unhöflich klingt, aber von einer bunten Truppe konnte da keine Rede sein. Das lag jedoch lediglich am Motiv der Gruppe: schwarz-weiße Harlekine. Auf ihrem Wagen, geschmückt mit einer mehr als 2 Meter hohen Harlekin-Mütze, baten die Malberger Narren um Asyl, das ihnen auch prompt gewährt wurde.
Bereits zum zweiten mal im Kyllburger Umzug ist die Gruppe „Treff aufm Erkel“, die ein Wortspiel bildlich in Szene setzten. Sie nahmen das Thema „Schwertransport” und fügten noch ein „t“ ein und schon wurde daraus ein „Schwerttransport”. Folgerichtig transportierten die mit Schutzhelm, Blinklicht und Warnwesten geschmückten Leute ein gut 10 Meter langes Riesenschwert durch Kyllburgs enge Gassen. Und selbst zur anschließenden Afterzug-Party im Eifeler Hof wurde das Schwert mitgenommen. Sehr gut passten auch die Warnschilder mit „Ladung schenkt aus“.
Seit nunmehr 50 Jahren dabei ist die Wehrbüschgruppe, die in fünfter Narrengeneration den Zug bereichern. Ihr Thema in diesem Jahr war die Musikgruppe ABBA. Im schrillsten 70er-Jahre-Outfit, tanzte die bunte Truppe zu den Klängen der bekannten Schweden-Musiker durch den Umzug. An den neuralgischen Punkten des Fastnachtszuges konnten die Zuschauer eine ausgefeilte Choreographie mit abschließender Hebefigur erleben. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr und sind gespannt, ob die Gruppe auch mit 51 Jahren immer noch so jugendlich rüberkommt, wie in diesem Jahr.
Die Schmierfinken dürften jedem Besucher des Umzugs ein Begriff sein. Seit vielen Jahren nimmt die Gruppe, rund um die ehemalige Kyllburger Funke Petra Schon, am Umzug teil. In diesem Jahr präsentierten sie sich im originalgetreuen Charleston-Dress und ließen somit die 1920er nochmal neu aufleben.
Jetzt wurde es märchenhaft. „Die Buntstifte im Wunderland“ lautete das Motto der nächsten Gruppe. Die Obermöhne Monika Metzten hatte eine bunte Truppe um sich geschart. Allesamt stellten bekannte Figuren aus dem Kinderbuch „Alice im Wunderland“ dar, mit Monika als überhaupt nicht grausamer Herz-Königin.
Auch in diesem Jahr ließ es sich das Oberkailer Prinzenpaar nicht nehmen, die Kyllburger Narren mit ihrem königlichen Besuch zu erfreuen.
Die Tanzgruppe „Black Sheeps“ bildete auch 2016 wieder eine Fußgruppe. Als Bardamen verkleidet schenkten die jungen Mädels nicht nur aus, sondern brachten auch ihre Süßigkeiten unters Narrenvolk.
Unser Schottes war nicht der einzige Schwellkopp im Zug. Eine kleine Gruppe aus dem benachbarten Malberg präsentierte ganz alte Schwellköppe aus den 50er Jahren. Vielleicht wird so eine gute alte Tradition neu belebt. Wir würden es uns wünschen.
Passend zum Kyllburger Hoahnen gab es an der vorletzten Stelle des Zuges eine Gruppe Malberger Hühner. „Flotte Hühnchen suchen neuen leistungsfähigen Hahn“ hieß es auf eine Schild. Liebe Moalberja Hohner, ich bin mir sicher, in Kyllburg werdet ihr fündig.
Und das wars dann mit dem Umzug, denn den Abschluss machte wie immer der Wagen des Elferrats. Von den Zinnen der Elferratsburg grüßten die Männer das Narrenvolk und beschenkten sie reich mit ihren Süßwaren. Kyllburg, helau!
Im Anschluss wurde bis tief in die Nacht in allen Gaststätten und bei der großen Afterzug-Party im Eifeler Hof gefeiert. DJ Öl legte hier, wie bereits im vergangenen Jahr die Platten auf; dieses mal leider nicht im Fuchsbau, der aus brandschutzrechtlichen Gründen noch nicht wiedereröffnet werden durfte.
So bleibt mir am Schluss nur noch allen zu danken, die die Fastnacht in Kyllburg Jahr für Jahr zu einem so bunten und friedlichen Fest werden lassen: Dank den Aktiven des Vereins, den Zugteilnehmer, den Helfer hinter den Kulissen, dem Kyllburger Musikverein ohne den die Fastnacht gar nicht vorstellbar wäre, und ich danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Eifeler Hofs, die unserem Saalkarneval eine neue Heimat gegeben haben.
Wer sich gewundert hat, dass die Straßen schon kurz nach dem Umzug wieder aussahen, wie zuvor, dem seien die stillen Helfer im Hintergrund vorgestellt. Hermann Schmitz und Wolfgang Lehnen waren die beiden fleißigen Arbeiter, die unmittelbar nach dem Umzug die Straßen von Schmutz und Unrat säuberten. Für eure Arbeit möchten wir euch ganz besonders danken.

Bilder vom Umzug gibt’s im Fotoarchiv.

Kategorie: Aktuell