Eine Trendumkehr wagen – Offener Brief der KKG

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2 Okt 2014 0 dussy

Dass die Kyllburger Karnevalsgesellschaft gerne neue Wege beschreitet, und auch bereit ist gegen den aktuellen Trend zu schwimmen, ist bekannt. Bereits vor der Gründung des Vereins, vor fast 58 Jahren, ging man mit der närrischen Galionsfigur des „Freiherrn von Schawen“ mit seinem Gefolge, dem Negerus und dem Hanswurst, einen im rheinischen Karneval einmaligen Weg. Auch wird die Ankunft und die Verbrennung der Foasicht in Kyllburg anders begangen, als in allen anderen Karnevalshochburgen.

Im letzten Jahr hat die KKG begonnen die bisherige Fastnacht etwas umzukrempeln und versucht so, sie fit zu machen für die Zukunft. Dabei musste man vor allem auf das allerorten veränderte Besucheraufkommen und -verhalten reagieren. Grandioser Höhepunkt war in der vergangenen Session 2013/14 die „Kleine – Köstlich Kulinarische – Kreativ Komische – Kwasi Konkurrenzlos Koole – Kapital Kaotische – Konsequent Karnevalistische – Kaiserlich Kuschelige – Kyllburger Kammerkappensitzung“ im Eifeler Hof.

Nach dem unvergleichlichen Erfolg der Veranstaltung wird es leider schwierig daran anzuknüpfen. Wir, die KKG, werden es dennoch versuchen und bieten wieder eine Samstagabendkappensitzung im Eifeler Hof an. Von Seiten der Besucher, die trotz kleiner Startschwierigkeiten begeistert waren, wurden uns einige Verbesserungswünsche herangetragen. Diese haben wir umfangreich besprochen und werden sie umsetzen. Wir werden gemeinsam mit unseren Partnern vom Bildungshaus Stiftsberg daran arbeiten den Kappensitzungsgästen einen bestmöglichen Unterhaltungsabend zu bieten. Die wahrscheinlich größte Änderung wird es beim vorhergehenden Festbankett geben. Wir werden nämlich diesmal ein umfangreiches Buffet anbieten, das den Gästen mehrere Speisen zur Auswahl bietet. Die Zahl der Besucher wird auf ca. 100 Personen beschränkt. Eine zweite Kappensitzung in der Turnhalle wird es nicht geben. Im übrigen werden wir auch bis auf weiteres keine Veranstaltungen mehr in der Turnhalle durchführen. Doch dazu später mehr.

Schockiert wird sich jetzt der geneigte Leser stirnrunzelnd fragen: „Gibt es jetzt die Kyllburger Foasicht nur noch für 100 ausgewählte Personen?“ Nein, ist die einfache Antwort. Wir werden selbstverständlich auch eine zweite Kappensitzung anbieten. Diese wird eine Woche später an einem Sonntagnachmittag ebenfalls im Eifeler Hof stattfinden. Unter dem Arbeitstitel „Seniorensitzung“ möchten wir mit dieser Sitzung besonders diejenigen ansprechen, denen es vielleicht nicht immer möglich war einen ganzen Abend bis tief in die Nacht auszuharren und daher den Besuch gescheut haben. Kurz gesagt, wir möchten auch wieder die älteren Semester für die Fastnacht in Kyllburg begeistern. Das heißt auf keinen Fall, dass die Seniorensitzung eine seichtes Kaffeekränzchen wird. Wir werden genauso Vollgas geben, wie an der Samstag-Sitzung. Auch wird es das gleiche Programm geben. Daher steht an dem Sonntag einem Generationen-Mix nichts im Wege. Aus Erfahrung, durch eigenes Erleben bei befreundeten Karnevalsvereinen, wissen wir, dass eine Seniorensitzung in Punkto Stimmung und Spaß jeder Abendveranstaltung das Wasser reichen kann. Durch den frühen Beginn kann man zudem noch viel länger anschließend feiern.

Jetzt fehlt nur noch die Veranstaltung für unseren Nachwuchs. Seit einigen Jahren hat sich die Kinderkappensitzung als echter Publikumsmagnet erwiesen. Da wir nicht mehr die Turnhalle nutzen werden, findet auch die „KiKaSi“ im Eifeler Hof statt. Unser Planungsteam arbeitet derzeit mit Hochtouren daran ein optimales Konzept für den im Vergleich zur Halle deutlich verkleinerten Veranstaltungssaal zu erarbeiten. Die ersten Ideen sind äußerst vielversprechend. So verspricht das Motto einer „Weltreise“ bereits viel Abwechslung. Die Termine zu unseren Veranstaltungen finden Sie im Narrenfahrplan.

Bleibt noch die letzte karnevalistische Großveranstaltung zu besprechen – der Karnevalsumzug.
Zugegeben, der Umzug mit anschließender Party ist den wahrscheinlich größten Veränderungen unterworfen. Denn im Rahmen geänderter Versicherungsbedingungen sind wir „gezwungen“ zukünftig alle lauten Partywagen mit Stromgeneratoren zu verbieten. Da ich das „gezwungen“ in Anführungszeichen gesetzt habe ist schon anzunehmen, dass uns das nicht ganz unrecht ist. In der Tat vertritt die Veranstalterhaftpflichtvericherung die Auffassung, dass ein Karnevalsumzug etwas mit Brauchtum zu tun hat. Auch wir als KKG verstehen uns als Brauchtumsverein, dessen Aufgabe es nicht ist, den Leuten eine Plattform zum Partymachen und fürs Besäufnis zu liefern. In den vergangen 10-15 Jahren hat die Zahl der reinen „Partywagen“, zumeist bestückt mit wenig kostümierten, stark alkoholisierten Jugendlichen, drastisch zugenommen. Mittlerweile machen diese Teilnehmer einen Großteil des Umzuges aus. Zurück geht die Zahl der Fußgruppen und Motivwagen, die oft in wochenlanger Arbeit und mit viel Herzblut ihre Wagen bauten und ihre Kostüme schneiderten. Doch gerade diese Gruppen sind es doch, die den Fastnachtsumzug für die Zuschauer attraktiv machen. Niemand möchte sich gerne in unmittelbarer Nähe eines Partywagens aufhalten, besonders weil vielfach die zugemutete Lautstärke die Schmerzgrenze übersteigt. Daher haben wir Verständnis für die Auffassung der Versicherung. Wir werden zukünftig keine Wagen mehr mit lauter Partymusik zulassen. Und damit der Umzug nicht zum Schweigemarsch wird, bemühen wir uns derzeit wieder zahlreiche Musikkapellen für eine Teilnahme am Karnevalssonntag zu begeistern. Dadurch, dass sich die Umzugswagen in den vergangenen Jahren zunehmend mit eigener Musik versorgten, war es meist den Musikern nicht möglich, sich gegenüber diesen zu behaupten und sie blieben vom Umzug fern.
Ob sich innerhalb nur eines Jahren die Kehrtwende hin zu einem Karnevalsumzug, so „wie er früher war“ schaffen lässt, kann man selbstverständlich nicht wissen. Wir werden dennoch den Weg einschlagen, in der Hoffnung eine Trendwende zu schaffen.

Oben habe ich es schon angekündigt: Es wird vorerst keine KKG-Veranstaltungen mehr in der Turnhalle geben. Die Gründe sind vielfältig, einige möchte ich kurz erläutern. Hauptgrund ist der unangemessen hohe logistische Aufwand, den wir stets betreiben müssen um die Turnhalle in eine würdige Narrhalla zu verwandeln. Tagelang wird aufgebaut. Material und Technik von A nach B geschleppt. Alles was Arme und Beine hat wird dabei gebraucht und verausgabt sich derart, dass die Freude am Karneval vielfach auf der Strecke bleibt. Und Freiwillige, die zusätzlich helfen sind äußerst rar. Allein die Bewirtung ist schon lange nicht mehr durch eigene Leute und Freiwillige zu stemmen. Da geht es nicht mehr ohne eingekauftes Thekenpersonal. Und nach den Veranstaltungen ist es stets ein Kraftakt die Halle wieder in den ursprünglichen Zustand zu versetzen, damit der Schulbetrieb rechtzeitig wieder losgehen kann.
Bei einem derart hohen Aufwand stimmt irgendwann die Kosten-Nutzen-Rechnung nicht mehr. Zu diesem Entschluss mussten wir leider mittlerweile gelangen. Da kam es uns gerade recht, dass der Eifeler Hof wieder seine Pforten öffnete und der Pächter, das Bildungshaus Stiftsberg, offen ist für eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen. Da diese Partnerschaft in der vergangenen Session so gut gelaufen ist, möchten wir sie auch in der kommenden Session fortsetzen.
Alle bisher geplanten Veranstaltungen werden, wie eben vorgestellt, im Eifeler Hof stattfinden; auch die letzte, noch nicht erwähnte – die Afterzug-Party.
Vom Fuchsbau, über die Kutscherstube, bis hin zum Roten Saal wird das ganze Haus geöffnet sein für das feierwillige Narrenvolk. Auf der Bühne im Speisesaal wird zudem ein kleines Unterhaltungsprogramm geboten. Wir hoffen, dass die neue „Location“ genau so gut angenommen wird, wie bislang die Turnhalle.

Da wir die Bewirtung unserem Partner „Stiftsberg“ überlassen, fehlt uns eine wichtige Einnahmequelle. Darum müssen wir, mit Ausnahme der Kinderkappensitzung, für alle Veranstaltungen Eintritt erheben. Dieses wird einen Großteil unserer laufenden Kosten decken. Dennoch werden wir zukünftig vermehrt für jede freiwillige Spende dankbar sein. Einige größere Firmen haben uns bereits fest zugesagt uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen. Dafür sagen wir jetzt schon Danke.

Dennoch macht auch sogenanntes „Kleinvieh“ Mist. Und dieses Kleinvieh ist gar nicht so klein, wenn viele dazu beitragen. Daher möchte ich für eine Mitgliedschaft in unserem Verein werben. Mit ihrem Mitgliedsbeitrag von derzeit 11 Euro jährlich helfen Sie uns, unsere satzungsgemäße Aufgabe, die Pflege des karnevalistischen Brauchtums, zu erfüllen. Zudem unterstützen Sie unsere Nachwuchsarbeit, die sich vor allem bei den Funkengarden zeigt. Derzeit sind ca. 35 Jungen und Mädchen, verteilt auf vier Gardegruppen, tänzerisch aktiv. Diese Nachwuchsarbeit verschlingt einen Großteil unserer Einnahmen. Dass sich diese Investition aber lohnt sieht man jedes Mal, wenn unsere Funken irgendwo auftreten.
Mitglied zu werden ist bei uns denkbar einfach. Auf unserer Internetseite finden Sie ein ein Antragsformular, dass Sie direkt online ausfüllen können. Der Mitgliedsbeitrag wir jährlich, zum Start der neuen Session, am 11.11. eingezogen und beträgt derzeit 11 Euro für das Einzelmitglied, Familien zahlen pauschal 22 Euro für eine beliebige Anzahl Familienmitglieder.
Abschließend möchte ich mich persönlich bei allen bedanken, die seit so vielen Jahren immer treu zur KKG gestanden haben. Denn Fastnacht machen wir nicht nur für uns – Fastnacht machen wir für alle.
In diesem Sinne wünsche ich allen dein dreifach kräftiges „Kyllburg helau!“

Kerstin Mayer
(1. Vorsitzende)

Kategorie: Aktuell