Ankunft der Fastnacht Session 2004

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10 Nov 2003 0 dussy

Fastnacht kommt per Floß nach Kyllburg

KYLLBURG. (rh) Im Kurstädtchen hat die fünfte Jahreszeit begonnen: Am Samstagabend wurde die Kyllburger Fastnacht mit Pauken und Trompeten und unter dem Jubel der närrischen Schar am Rauschen empfangen. Am Aschermittwoch wird die Fastnacht an gleicher Stelle verbrannt.

"Was ist denn hier los", fragt ein unbeteiligter Autofahrer, als er am Samstagabend über die Brücke in Kyllburg fahren will und vor einer Menschenmenge zum Halten kommt. Auf den Brückengeländern leuchten hunderte von Kerzen. Aus allen Ecken strömen die Kyllburger zum Ort des Geschehens, viele tragen Fastnachtskostüme, singen und sind guter Laune. Um genau 20.11 Uhr erschallt mit lautem Knall ein Böller, dann schießen mehrere Feuerwerkskörper in die Luft und explodieren in bunten Farben am Abendhimmel. Aus dem Nebel über der Kyll erscheinen ein Ruderboot und ein großes Floß.

Karnevalsstimmung am Kyllufer

In dem Boot sitzt das Kyllburger Dreigestirn: Freiherr von Schawen, Negerus und Hanswurst. Am Kyllufer am Rauschen, dort, wo sich Kyll und Mühlenteich teilen, haben sich Elferrat, Funkengarde und Musikverein aufgebaut. "Mir sein erom doa" erklingt es aus Hörnern und Kehlen – das traditionelle Fastnachtslied der Kyllburg wird gespielt und gesungen.

Und dann taucht sie auf, die Kyllburger Fastnacht in Form einer Puppe. Auf einem Floß kommt sie die Kyll herabgeschwommen und legt am Rauschen an. Die Musik spielt, die Funken tanzen, und die Leute singen, es ist Stimmung wie an Karneval. "Und das hier gehört ja als Auftakt in jedem Jahr dazu. Es ist toll, dass in diesem Jahr wieder so viele hierher gekommen sind und mitfeiern", freut sich Anne Rütt, die Obermöhn. In einem Umzug wird die Fastnacht, geschultert auf vier Mannen, bis auf die Brücke getragen. Dort hält der Freiherr von Schawen seine traditionelle Proklamation, womit die fünfte Jahreszeit offiziell eröffnet ist. Strenge Richtlinien werden den Narren auf den viel zu kurzen Weg bis Aschermittwoch gegeben. Dann wird die Fastnacht auch noch getauft. Frank Schmitt, nach elf Jahren als Hanswurst ist er in diesem Jahr Präsident des Elferrates, begießt die Fastnacht mit einem kühlen Bier. Unter dem Jubel der Narren wird gesungen und gefeiert – in diesem Jahr bis über die totale Mondfinsternis hinaus. Die Tradition der Ankunft der Fastnacht in Kyllburg gibt es seit mehr als einem Jahrhundert. Bevor die Fastnacht(-spuppe) über die Kyll einschwamm, kam sie früher per Kutsche in Stadt.

Trierischer Volksfreund, 10.11.2003

 

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