Kappensitzung 1959

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1959 Glanzvoller Karnevalsauftakt in der Stadt Kyllburg

Karnevalsgesellschaft übertraf sich selbst – Am nächsten Samstag große Fremdensitzung

KYLLBURG. Die große Kappensitzung der Karnevalsgesellschaft „Mir sein erom dao“ Kyllburg brachte am vergangenen Samstag wieder ein volles Haus und ein Programm, das alle Erwartungen übertrat. Büttenredner von Format und karnevalistische Sänger ließen eine Stimmung aufkommen, wie sie nicht besser sein konnte. Hier wurde wieder einmal so richtig der Beweis erbracht, daß man auch in der Eifel Karneval zu feiern versteht. Aufmachung und Organisation der Veranstaltung war, wie man es von den Kyllburger Hahnen nicht anders gewohnt ist, wieder vorbildlich. Adam Könen als bewährter Zeremonienmeister, leitete die Sitzung mit einem Prolog ein, der in tiefsinnigen und feinen Worten die Besucher aus der Hetze des Alltags loslöste und sie zu einer großen Familie werden ließ. Nun hielten unter den Klängen des Narrhallamarsches und unter tosendem Beifall in einem farbenprächtigen Bild, die Funken an ihrer Spitze, das Funkenmariechen und der Präsident mit seinem Elferrat, ihren Einzug.

Präsident Allmann eröffnete die Sitzung mit einem Gruß an alle frohen Närrinnen und Narren, und dann glitt das Narrenschiff hinein in die Wogen des gesunden Humors und des ehrlichen Frohsinns. Das nun folgende Programm, Büttenreden, Gesangsparodien und Schunkellieder, ließen die Besucher nicht aus dem Lachen kommen und sorgten dafür, daß die Wogen der Begeisterung immer höher schlugen. Es ist einfach erstaunlich, was hier Auserlesenes nicht nur an Büttenreden, sondern auch gesanglich geboten wurde. Die 4 Majopals vom Männergesangverein Harmonie Kyllburg waren eine Klasse für sich. Einen Sonderapplaus erhielt Mattes Raths für seine eigene Komposition „Mir sein erom dao“, ein Karnevalslied, das zum Schlager der Kyllburger Karnevalssaison wird. Eine besondere Nummer ist der Jungkarnevalist Arnold Bolz, der auf keiner Sitzung fehlen dürfte. Der Eifelmaler Klaus Gerhards brachte in feinsinniger Weise all das, was ein „Nachtwächter“, dem nichts verborgen bleibt, auf seinen nächtlichen Rundgängen hört und bewegt. Auch die übrigen Karnevalisten in der Bütt und Sänger der Fußballreportage waren von Format und ernteten reichen Beifall. Eine vorbildliche musikalische Leistung bot wieder die Kapelle des Musikvereins Kyllburg, die für solche große Sitzungen bestens einexerziert ist. Die Kyllburger Karnevalsgesellschaft kann stolz auf diese wohlgelungene Veranstaltung sein.

Die meisten Gäste, ob aus Kyllburg, ob aus der engeren oder weiteren Umgebung, schworen sich, am nächsten Samstag zur großen Fremdensitzung wieder da zu sein! Für die Großveranstaltung, die wiederum um 20.11 Uhr beginnt, hat man ein völlig neues Programm aufgestellt, das viele bekannte auswärtige Büttenredner in der Bütt sehen wird. Wer an diesem Tage mitlachen und mitfeiern will, sehe sich am besten schon beizeiten nach Karten um, die ihm einen Platz sichern. Es sei auf die Vorverkaufsstellen in Bitburg (Bausen, Trierer Straße) und in Kyllburg (Atzhorn) hingewiesen. Versteht sich, daß am 8. Februar wieder der traditionelle Karnevalszug durch Kyllburgs Gassen zieht, an dem jetzt mit aller Tatkraft gehämmert und gestaltet wird, damit sich die Einheimischen wie die Fremden an ihm erfreuen können.

Trierischer Volksfreund, 1959

Kategorie: Textarchiv