1. Kappensitzung 2003

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Ein Elferrat zu zehnt

19 Fastnachtsnummern bei der ersten Kyllburger Kappensitzung der Session – Fortsetzung am Wochenende

KYLLBURG. "Mir sein erom doa": Mit der ersten Kappensitzung ist die KKG in die Session 2003 gestartet. In der rot-weiß geschmückten Narhalla steigerte sich das närrische Programm bis nach Mitternacht.

Von unserem Mitarbeiter
RUDOLF HÖSER

Fulminanter Auftakt der Kyllburger Karnevals-Gesellschaft: Mit einer humorvollen und musikalischen Mischung präsentierten die Akteure der ersten Kyllburger Kappensitzung dieser Session mit 19 Programmpunkten eine gelungene Fastnachtsshow. Dabei scheuten sie sich nicht, sich selbst, das Stadtgeschehen und die damit verbundenen Persönlichkeiten auf die Schippe zu nehmen.

Um 20.11 Uhr zog der Freiherr von Schawen mit seinem Gefolge in die Halle ein. Zu den Klängen des heimischen Musikvereins marschierten Reinhold Uhrmacher, Frank und Nico Schmitt, André Freres und Michael Schwickerath in ihren traditionellen Gewändern ein. Ihnen folgte Sitzungspräsident Otmar Schiffmann, der seine Mammutaufgabe bestens erledigen sollte. Oberzeremonienmeister Heinrich Strauch führte den Elferrat an, der in diesem Jahr dezimiert antreten musste.

Puppe Herbert füllt den elften Platz

Trotz einer Anzeige im Amtsblättchen hatte sich kein Mensch gefunden, der den elften Stuhl besetzen wollte. Und so machten die Karnevalisten aus der Not eine Tugend. Kurzerhand wurde eine Schaufensterpuppe hergerichtet, auf den Namen "Herbert aus der Not" getauft und mit Beifall begrüßt. Auf die glorreiche Idee war Manfred Weber gekommen, der außerdem gemeinsam mit Otmar Schiffmann eine nagelneue Bütt gebaut hatte. Das in den Vereinsfarben rot-weiß gehaltene Stück glänzte mit beleuchtetem Vereinswappen und bestand sein Premiere auf Anhieb.

Nachdem dann der Freiherr von Schawen sein Ansprache ans Volk gehalten hatte und das Kinderprinzenpaar Michelle I. und Florian I. dem närrischen Auditorium vorgestellt waren, startete das bunte Programm.

Los ging es mit dem Kyllburger Lied und dem Gardetanz der Funken. Daniela Schiebs setzte als Mercedesfahrerin eindeutige Prioritäten. Da konnte alles passieren, "Hauptsache mir hann en Auto", machte sie klar. Nach einem Schunkelwalzer war der Saal bereit für die Menüs eines "Drei-Sterne-Kochs". Den mimte Marietta Gerten mit manch interessantem Rezept. Dabei würzte sie mit lokalen Spezialitäten. Als Ergebnis präsentierte sie unter anderem ein "Ragout Spindler mit Berscheid Filetspitzen".

Anschließend amüsierten sich und das närrische Publikum die beiden letzten Kyllpiraten, Christian Schmidt und Herbert Matschulies, mit der hoch komplizierten Beitragsgestaltung der KKG. Auch wollten sie den Stadtrat klonen, um dem Schwund an Kommunalpolitikern entgegen zu wirken. Mit dieser modernen Biotechnologie wollten sie Kyllburg wirtschaftlich nach vorne bringen. Denn vom Niedergang der Kurstadt sangen auch die eigens über Neidenbach, Malbergweich und Malberg angereisten Mönche aus dem Kloster St. Thomas.

Bierstädter erweisen Kürstädtern die Ehre

Danach begrüßten die Kurstädter die Bierstädter. Das Prinzenpaar aus Bitburg gab sich die Ehre. Eine Geste, die sich die Vereine künftig gegenseitig erweisen wollen.

Und auch das Traditionsduell der Kyllburger Fastnacht: Schmino und Kuno durfte nicht fehlen. Willi und Sohn Christian Poß duellierten sich in gewohnt harter Manier. Die gegenseitigen Vorwürfe und Anschuldigungen, Vor- und Ratschläge waren eine brisante Mischung mit viel Lokalkolorit. Nachdem die Jugendgarde ein weiteres Mal ihr Können präsentiert hatte, kam Frank Schmitt als Frau aus der Großstadt in die neue Bütt. Auf Trierer Platt wusste sie allerhand zu berichten. Nach dem Schunkelwalzer waren es "Die glorreichen Sizilianer", die den Saal unsicher machten. Mit Mantel, Sonnenbrille und Zigarre kamen sie gemächlich hinein geschlichen. Auf der Bühne zeigten sie flotte Turn- und Tanzübungen. Zum großen Finale trafen sich alle Akteure noch einmal gemeinsam auf der Bühne.

Wer die erste Sitzung verpasst hat, sollte sich den Spaß am kommenden Samstag, 15. Februar, ab 20.11 Uhr gönnen, denn dann heißt es wieder: "Mir sein erom doa".

Trierischer Volksfreund, 11.02.2003

Kategorie: Textarchiv